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Weingarten im Wunderland

Ein finsterer „Dume Master“ mit einem dunklen Gesellen (Georgiy Boldyriev und Clara Corvinus) betritt die Bühne – und offenbart seinen Plan: Er will das Gymnasium Weingarten dem Erdboden gleich machen. Das lassen sich aber die Schüler nicht gefallen. Sie mögen ihre Schule und machen sich gemeinsam auf, um die Schule zu retten. Durch einen Zufall schließt sich der Schulleiter Dr. Brand der aufgeweckten Schülergruppe an.

Dass 50 Jahre nicht spurlos an einer Schule vorüber gehen, wissen die Schülerinnen (Milena Koos, Alisa Gabel, Elisa Lau) und auch Herr Dr. Brand (Timo Dörrer), was zu liebevollen Seitenhieben auf die Schule und den Schulbetrieb führt. Daraus resultiert eine herzerfrischende Situationskomik, die mit vielen Lachern aus dem Publikum gelohnt wird, nicht zuletzt, weil es Timo Dörrer gelingt, den Schulleiter charmant zu karikieren. Dass er der im Theaterstück immer den Ideen und Kommentaren des Schülers (Julian Caballa) unterliegt, freut die Schüler im Publikum und auf der Bühne gleichermaßen. Die Rettungsmission führt die Gruppe ins Wunderland, wo sie auf bekannte Figuren aus dem Roman „Alice im Wunderland“ stoßen wie den Hutmacher (Greta Klauser), die Grinsekatze (Liana Walter), das Kaninchen (Emilia Müller) und die Rote Königin (Luisa Messaoudi); aber auch auf einige Figuren, die es nur im Weingartner Wunderland gibt, wie den von sich selbst überzeugten italienischen Schuhmacher (Anna Gmünder), den Märzhasen (Ailidh Conzelmann), die nachdenkliche Raupe Absolem (Clara Corvinus), die Weiße Königin (Elsa Dökmedemir) und die Zwillingesschwester von Alice im Wunderland, Alicia (Helene Stütz). Da Alicia genauso wie das gesamte Reich unter der grausamen Herrschaft der Roten Königin leidet, hilft sie zusammen mit der Dienerin (Sofia Specht) der bunten Truppe aus dem Wunderland und Weingarten. Allen gelingt es, die Figuren liebevoll herauszuarbeiten und ihnen ein besonderes und individuelles Gesicht zu geben.

Da natürlich die Laura aus der Lauratalsage zu Weingarten gehört, erwacht auch sie erneut in Begleitung ihrer Zofe (Matilda Reck, Christin Zombrat) und trägt auch einen Teil zur Rettung der Schule bei – denn gemeinsam besiegt die bunte Truppe mit viel Herz und Einfallsreichtum das Böse.

Das bunte Potpourri aus Geschichten und Figuren war nicht nur ganz hervorragend gespielt, sondern überzeugte auch mit Sprachwitz und Hintersinn. Es beeindruckte, wie die Kinder mit ihrer Theaterlehrerin Carina Steigerwald einen Text erarbeitet haben, der zur Stadt, zur Schule und aber auch zu den Darstellern passt - es war einfach ihr Stück, ihre Figuren, ihre Ideen. Vermutlich war das das Geheimnis des Erfolgs: Die Schüler durften einfach ihre Ideen umsetzen und gerade dieses Herzblut war es, das den Zuschauer so verzaubert hat. Das Bühnenbild von Friederike Dippon und ihrer Kunst AG trug einen nicht unwesentlichen Teil zur Gesamtwirkung des tollen Abends bei. Durch seine Reduktion lenkte nicht von der tollen schauspielerische Leistung ab, setze aber genug Akzente, um alle ins Wunderland mitzunehmen. Vielen Dank, liebe Unterstufen -Theater AG, für diesen zauberhaften Abend.

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